Kriegerdenkmal

Das Kriegerdenkmal wurde zu Ehren der Lochau´er Opfer der Kriege von:  1864 Preußen gegen Dänemark, 1866 Preußen gegen Österreich,  und 1870/71 gegen Frankreich errichtet. 

 

Die Inschrift auf einer Seite des Denkmals lautet :

"Dem Andenken der großen Jahre 1864, 1866, 1870-71 und unseren Kriegern geweiht

- Alle Zeit treu bereit für des Reiches Herrlichkeit"

 

Auszug aus der Chronik:

1904: Der Kriegerverein Lochau feierte am 3. Juli 1904 sein 25-jähriges Bestehen. Vorsitzender des Kriegervereins war K. Krockrat. Zum ehrenden Gedenken an die tapferen Kämpfer der Kriege von 1864, 1866 und 1870/71 wurde auf dem Dorfplatz in Lochau das Kriegerdenkmal eingeweiht. Dazu hielt der Herr Pfarrer Weber eine zu Herzen gehende Rede. Die Gemeinde Lochau und die Einwohner aus Wesenitz hatten das Geld für das Kriegerdenkmal gespendet. Der Schullehrer Herr Schröder hatte die Spendenaktion organisiert und geleitet. Der Steinmetzmeister Gennike aus Merseburg erbaute das Ehrenmal für die Kriegsteilnehmer der letzten Kriege.

 

1947: Auf Anordnung der sowjetischen Militäradministration (SMAD) durften alle Denkmäler aus dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg keine Inschriften mehr tragen, die militärischen oder nazistischen Charakter hatten. Der Gemeindevorsteher gab diese Weisung am 24. Mai 1947 an den Vorsitzenden der Kirchenverwaltung, Herrn Pfarrer Kasten, mit der Bitte um Entfernung dieser verbotenen Inschriften im Bereich der Kirche und des Friedhofes weiter. Daraufhin wurden die Inschriften auf den Denkmälern gelöscht. Das auf dem Dorfplatz aufgestellte Kriegerdenkmal aus dem Krieg von 1870/71 fiel nicht unter diese Bestimmung und blieb von dieser Maßnahme verschont. 

 

1970er: In den 70er (?) Jahren wurde das Denkmal wegen Baufälligkeit von seinem Platz in der Dorfmitte entfernt und gegen einen großen nichts sagenden  Findlingsstein ausgetauscht. Das alte Denkmal wurde abgelegt und dem Verfall überlassen. Eine Rekonstruktion fand damals aufgrund fehlender finanzieller Mittel und fehlendem poltischen Willen nicht statt.

 

1990: Anlässlich der Wiedervereinigung wurde am 3.Oktober 1990 auf dem Sockel des Denkmals am Denkmalsplatz eine Tafel mit der Inschrift „Für Frieden, Freiheit und Demokratie“ angebracht. (nicht mehr vorhanden)

 

2002 (?) wurde das alte Kriegerdenkmal wieder entdeckt, konnte jedoch aufgrund seines desolaten Zustandes nicht wieder am alten Platz aufgestellt werden. Eine fast genaue Kopie  ziert jedoch heute wieder den Denkmalplatz in der Dorfmitte. Das alte Denkmal hatte die Inschrift etlicher Opfer von Lochau getragen, die in den Kriegen gefallen sind. Leider war es nicht mehr möglich, alle Namen zu entziffern, sodass nun nur noch einige wenige Namen auf dem neuen Denkmal geschrieben stehen. Auf den Reichsadler, der damals das Denkmal krönte, wurde leider verzichtet.

 

2026: Die vollständige Umgestaltung des Areals mit Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt ist vorgesehen. Dabei soll der historische Zaun, eine angemessene Beleuchtung und ein optisch verbessertes Umfeld entstehen. Auch de Reichsadler soll wieder an seinen Ort zurückkehren, um das Denkmal wieder historisch korrekt darzustellen. Er wurde bereits im Jahr 2024 durch eine Förderung angeschafft.

 

Name der Gefallenen:

Soldat Baldeweg F., Todesdatum: 1870-1871, Bemerkung: I.R. 72

Gefreiter Bennemann A., Todesdatum: 1870-1871 Bemerkung: Drag. R 6

Soldat Bernhardt G., Todesdatum: 1870-1871 Bemerkung: J.R. 72

Soldat Brehmer A., Todesdatum: 1870-1871

Soldat Kloppe A., Todesdatum: 1870-1871  

Soldat Körnig L., Todesdatum: 1870-1871

Gefreiter Kroschwitz K., Todesdatum: 1870-1871  

Soldat Kuppe K., Todesdatum: 1870-1871  

Soldat Munkelt K., Todesdatum: 1870-1871  

Soldat Ochse K,. Todesdatum: 1870-1871  

Gefreiter Opitz A., Todesdatum: 1870-1871  

Soldat Ratzsch W., Todesdatum: 1870-1871  

Soldat Schaaf W., Todesdatum: 1870-1871  

Soldat Schmidt K., Todesdatum: 1870-1871 Bemerkung: Hus. R.