Viele haben es bereits gehört wofür nicht nur ich kämpfe: Die Reanturierung unsere Elster-Luppe-Aue. Die häufigste Frage die ich aktuell zu hören bekomme ist "Sie wollen den Damm beseitigen und die Elster wieder so herstellen, wie diese früher war? Das geht doch gar nicht! Wir haben dann das Hochwasser in unserem Haus stehen!"

 

Stimmt. So geht es auch nicht - und das will ich auch nicht!

 

Aber ... den "Status quo" erhalten - d.h. die Weiße Elster zwischen Schkeuditz und Döllnitz so zu belassen wie sie jetzt ist,  kann und darf nicht das Ziel sein. Warum?

 

Gründe:

  • Die Weiße Elster fließt zu tief - Folge: Es kann kein Wasser an die Natur abgeben - die Aue trocknet aus (Stichwort: Klimawandel)
  • Die Weiße Elster fließt zu schnell - Folge: Kein Fisch kann leichen - ein Leben im Fluss ist nicht möglich.
  • Die Weiße Elster ist befestigt - Folge: Der Fluss kann sicht nicht enwickeln und mäandern - d.h. keine natürliche Enwicklung!
  • Die Weiße Elster ist eingedeicht - Folge: Der Fluss erreicht seine natürlichen Überflutungsgebiete nicht mehr - Hochwasser drohen!
  • Hochwasser treffen aktuell (zuletzt 2013) massiv auf die Saale - wir gefährden unsere Nachbarn!

Dabei handelt es sich nur um einige wenige Gründe die dafür sprechen, den aktuellen Status dringend zu ändern.

 

 

Was will das Magdeburger Umweltministerium?

In Magdeburg favorisiert man die sogenannte "Polderlösung", d.h. man würde Flutkammern schaffen die Hochwasserspitzen (sogenannte Jahrhunderhochwasser) aufnehmen. Dies hätte jedoch zur Folge, dass diese Polder in 99% der Fälle trocken liegen und so weiterhin austrocken und keine natürlichen (!) Hochwasser aufnehmen können. Sollte es zu einem Jahrhunderhochwasser kommen, werden diese Polder massiv geflutet. Das Wasser strömt in die Polderkammern und reißt alles mit sich, was sich ihm in den Weg stellt. Ob nun natürliche und wichtige Sedimente oder Tiere, die durch die Wassermassen nicht mehr "entkommen" können. Die Weiße Elster würde in ihrem begradigtem Flussbett verbleiben und weiterhin eingedeicht und unnatürlich an den vorhandenen Überflutungsgebieten vorbeifließen.

 

Wofür kämpfen wir?

Wir halten eine umfassende Renaturierung und Deichrückverlegung anstatt von Poldern für sinnvoller, nachhaltiger und ökologischer. Dabei sollen Deiche überall dort entfernt, geschlitzt oder versetzt werden, wo dies ohne Gefährdung der Bevölkerung möglich ist. Natürliche Höhenprofile könnten ausgenutzt werden um Altarme anzuschließen und dort, wo dies nicht möglich ist,  die bisherige "Elsterrinne" in ein natürliches weniger tiefes mäandertes Flussbett umzugestalten. Die umfangreichen Altarme der Weißen Elster sind wieder als Hauptarm - und dort wo dies nicht möglich ist - als angeschlossener Nebenarm zu nutzen. Dadurch könnten die umliegenden Auen auf natürlichem Wege geflutet und vor der Austrocknung geschützt werden. Hochwasser könnten sich, auch außerhalb der Jahrhunderhochwasser, in die Elsteraue ergießen und so einen biologischen und natürlichen Zustand erzeugen. Der Fluss hätte wieder den Platz, dem ihn der Mensch zu DDR-Zeiten genommen hat. Im neuen bzw. alten Flussbett könnten Fische leichen und sich endlich wieder Leben entwickeln. Zudem könnte der sanfte Wasserwandertourismus entwickelt werden, der Paddlern erlaubt, von Leipzig Richtung Halle über unseren Fluss zu gelangen.

 

Mathias Wild

Ortsbürgermeister Lochau

 

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Presseerklärung AHA - u.a. Besuch in Lochau
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