Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1161 als Glochowe. Bodenfunde beweisen, dass die Ortslage Lochau schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt war. Spuren lassen sich bis in das 4. Jahrtausend v. Chr. nachweisen. Im Zuge der großen Völkerwanderung wurde das Territorium von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen bewohnt. In dieser Zeit ließen sich wahrscheinlich auch die Wenden, ein slawisches Volk, in dem Gebiet um Lochau nieder. Darauf deutet auch der slawische Ortsname hin. Lochau, früher Glochowe kann als "Rosenaue" oder "sumpfige Fläche, Niederung" ( der Elster ) gedeutet werden.  Die Dörfer Lochau und Wesenitz wurden 1938 vereinigt. 

 

Beide Ortsteile, die durch eine Bebauung entlang der Landstraße Halle - Schkeuditz miteinander verbunden sind, besitzen noch einen alten Dorfkern. Ein markantes historisches Gebäude im Ortsteil Lochau ist die 1161 erbaute Kirche, mit dem Kirchhof und einem steinernen Ritterbild an der Ostseite.  1329 wird die Burg, das Ritterlehen, später Rittergut, erstmals erwähnt. Von 1529 bis 1746 war das Rittergut in den Händen der Adelsfamilie von Dieskau.  Früher war Lochau ein reines Bauerndorf. Heute hat die Landwirtschaft keine maßgebende Bedeutung mehr.  Die ursprünglich ländliche Charakter hat sich mit der Industrialisierung der näheren Umgebung und mit der Braunkohleförderung in unmittelbarer Nähe des Dorfes allmählich verändert. Der Ortsteil Wesenitz wird in der oben genannten Urkunde von 1161 als Wesewitz erwähnt.  In Wesenitz ist eine alte Wassermühle erwähnenswert. Das Wohnhaus der Mühle trägt die Jahreszahl 1572 und steht, wie die Mühle und die Kirche, unter Denkmalschutz. 

 

Kulturelle Tradition hat das Hofetanzfest. Stifterin des Hofetanzes war die Gattin des Rittergutsbesitzers und Kanzlers der Universität Halle, Herrn von Hoffmann.  Seit 1805 bis in die 20 er Jahre wurde das fest regelmäßig gefeiert. 1992 lebte diese Tradition wieder auf und erfreut sich großer Beliebtheit.  Berühmtester Bürger von Lochau ist Karl Witte, 1800 geboren, wurde er mit 13 Jahren Doktor der Philosophie und erhielt 1834 eine Professur für Römisches Recht an der Universität Halle.